Chronik


Der Anfang

In einer Zeit, in der sich unser Europa in eine doch sehr bedenkliche Richtung entwickelte und speziell auf unsere Heimat bezogen, der Faschismus Fuß fasste, wurde in unserem Dorf die Idee, eine Musikkapelle zu gründen, in die Tat umgesetzt.

Man schrieb das Jahr 1928, damals am 30. Juli wurde im Gasthof „Engelberger“ der erste Ausschuss der Musikkapelle Percha gebildet und die Kapelle offiziell gegründet. Folgenden Personen wurde die Führung der Kapelle anvertraut:

 

Obmann: Johann Mayr
Kapellmeister: August Hitthaler
Kassier: Josef Salzburger
Zeugwart: Johann Auer
Beiräte: Anton Passler sen.; Andreas Durnwalder sen.; Franz Oberlechner

 

Obwohl die offizielle Gründung der Musikkapelle, wie erwähnt, auf das Jahr 1928 zurückgeht, darf davon ausgegangen werden, dass schon vorher in Percha musiziert wurde, es fehlte allerdings eine vereinsmäßige Organisation.
Aller Anfang war schwer, es fehlte eigentlich an allem. Finanzielle Unterstützung durch die öffentlichen Hand durfte man sich damals nicht erwarten; Selbstinitiative war also gefragter denn je. Durch eine Sammelaktion in der Bevölkerung wurde für diese Zeit die stolze Summe von 18.000 Lire eingebracht. Mit diesem Geld konnten 18 Instrumente angekauft werden, drei weitere Instrumente mussten ausgeliehen werden. Somit hatten die damaligen 21 Musikanten das Notwendigste, um überhaupt Musik machen zu können. Lediglich an grauen, bzw. später braunen Hüten und einer Hahnfeder konnte man die Musikanten damals erkennen. Das Erscheinungsbild der Kapelle wurde dann fortlaufend mit weißen Hemden, sowie grünen Hosenträgern ergänzt. Wie man aus diesen Schilderungen sieht, besaß man damals nicht viel, aber man konnte musizieren und so wurde im Jahr 1931 das Gründungsfest gefeiert.

 

Die Kriegszeit

Bereits 10 Jahre nach ihrer Gründung musste die Musikkapelle Percha eine Zwangspause einlegen. Der 2. Weltkrieg und das faschistische Regime verhinderten ein weiteres Musizieren, so mussten 1943 sogar alle Instrumente in Bruneck abgegeben werden.

 

Neubeginn

Nachdem die Menschen das Trauma des Krieges und der faschistischen Diktatur überwinden konnten, wurde auch an einen musikalischen Neuanfang gedacht. In dieser Zeit machte sich Anton Passler sen., besonders um den Verein verdient. Der sogenannte „Stockermüller Tondl übernahm damals das Amt des Obmannes. Er selbst holte in Bruneck die beschlagnahmten Instrumente zurück und musste auch das eine und andere Mal als Kapellmeister und Stabführer einspringen. Er war auch sonst in jeder Situation die treibende Kraft.
In der Folgezeit ging es mit der Musikkapelle stetig bergauf, so konnte im Jahr 1951 die erste Tracht, bestehend aus schwarzer Hose, weißem Hemd, rotem „Leibchen“, grünen Hosenträgern, brauner Joppe und schwarzem Hut angeschafft werden. Diese Tracht trug die Musikkapelle mit kleinen Änderungen bis ins Jahr 1992.

 

Veränderungen
Als Probelokal diente in dieser Zeit ein Raum im Grundschulgebäude. Mit dessen Umbau Anfang der 80er-Jahre musste die Kapelle zum Proben in die Garage des damaligen Obmannes, Kassian Urthaler, ausweichen, bis im Jahre 1985 das Probelokal im neu erbauten Vereinshaus bezogen werden konnte. War die Musikkapelle früher ein reiner Männerverein, so haben sich seit dem Jahre 1984 auch Musikantinnen am Spiel der Kapelle begeistert und bilden bis heute eine immer wichtigere Stütze innerhalb des Vereines.

 

Eine neue Tracht

Das 60-jährige Gründungsjubiläum 1988 gab schließlich Anlass zur Anschaffung einer neuen, auf historischen Gegebenheiten basierenden Männertracht. Ganze fünf Jahre später, 1993, konnten sich die Musikanten die neue Tracht zum ersten Mal überstreifen. 
Wie schon erwähnt, traten der Musikkapelle auch immer mehr Musikantinnen bei, so wurde für diese im Jahr 1998 die Pustertaler Mädchen- bzw. Frauentracht angeschafft. Wie schon bei der Gründung der Kapelle im Jahr 1928 wurde die Kapelle auch bei diesen Projekten großzügig von der Bevölkerung der Gemeinde Percha und der öffentlichen Hand, unterstützt. Auch in musikalischer Hinsicht hat sich die Musikkapelle sehr zielstrebig emporgearbeitet und sich von der einst kleinen Dorfkapelle zu einem, zwar immer noch kleinen, aber qualitativ doch ansprechbaren Klangkörper entwickelt. Wenn man sich davon überzeugen möchte, braucht man nur die verschiedenen Programme der einzelnen Frühjahrskonzerte anzusehen und man kann dort in den letzten Jahren doch so klingende Namen, wie Franz von Suppè, Gioacchino Rossini, Giuseppe Verdi u. v. m. finden.
Die Kapelle hat sich aber bereits in den 60er und 70er-Jahren an verschiedenen Wertungsspielen und Marschbewertungen beteiligt und dort auch sehr gut abgeschnitten. In den letzten Jahren kam auf die Musikantinnen und Musikanten eine neue Herausforderung zu. Durch den Abgang des langjährigen Kapellmeisters Walter Haidacher, welcher 20 Jahre die Kapelle mit viel Engagement und Idealismus geleitet hatte, musste eine neue musikalische Führung gesucht werden. Man wurde fündig in der Person von Bruno Muser, welcher 2 Jahre der Kapelle vorstand. Er reichte den Taktstock für drei Jahre an Konstantin Steger weiter. 

Von Herbst 2002 bis 2006 leitete Robert Regensberger die Kapelle, gefolgt von Josef Oberschmied in den 2 darauf folgenden Jahren. Seit 2009 steht mit Michael Oberrauch wieder ein Musikant aus den eigenen Reihen am Dirigentenpult. Die Musikkapelle Percha freut sich auch zukünftig auf viele Herausforderungen und gemeinsame musikalische Erlebnisse.

 

Wir freuen uns, wenn wir Ihr Interesse geweckt haben, oder Sie vielleicht jemanden kennen, der gerne einen genaueren Blick in unsere Vereinsgeschichte werfen möchte? Unser Buch „MENSCHEN FÜR MUSIK – MUSIK FÜR MENSCHEN“, erschienen im Jahr 2008, gibt dazu in Wort und Bild ausreichend Gelegenheit.

 

Kontaktieren Sie uns und wir geben gerne alle Informationen dazu weiter.